Network Rick

Simple solutions for complex problems

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Diese Seite wurde zuletzt am 18/9/2025 um 19:46 Uhr aktualisiert

Moin und willkommen,
Mein Name ist Richard, ich bin 1964 in Deutschland geboren aber lebe seit 1978 in Italien wo ich mein Naturwissenschaftliches Abitur abgelegt habe. Hier arbeite ich heute als DevOps-Berater und ICT Betriebstechniker (u. -manager). Während der Schulzeit kam ich, mittels eines Aquarius von Mattel(!), das erste Mal mit der Komputerwelt in Kontakt. Die wenigsten werden den Aquarius heutzutage kennen oder sich an ihn erinnern: Es handelte sich um einen billigen Homekomputer von Mattel mit einem 3.5 Mhz Prozessor, 4KB RAM (von welchen aber nur 1,7KB dem Nutzer zur Verfügung standen,deshalb habe ich später in die teuere RAM Erweiterung auf 20KB investiert), einem Fernseherausgang und als Massenspeicher gab es einen optionalen (und wieder teueren) Kassettendrive. So mickrig der Komputer für heutige Standards auch aussehen mag gab er mir dennoch die Möglichkeit zu lernen wie man programmiert und sogar einen Prototyp meiner ersten kommerziellen Software zu basteln!

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Der Aquarius von Mattel

Mit meinen ersten Jobs kam die Möglichkeit auf CPM Maschinen und auch auf einem monströsen Nova Minikomputer von Data General, der Pizza-grosse Harddisks hatte, zu arbeiten.
Wer Lust hat mal zu sehen wie die aussahen und funktionierten kann mal mal hier klicken (externer Link, öffnet in neuem Fenster)
Auf diesem Monstrum lief eine selbstgebastelte Fortran(!) Software zur Lager- und Buchhaltung eines Eisenwarengrosshandels. Meine Aufgabe bestand darin den Nova mit PCs in Verbindung zu stellen. Da natürlich nichts anderes als ein Fortrankompiler für den Data General zur Verfügung stand war ich gezwungen mein eigenes Program für die einzige RS232 Schnittstelle auf dem Nova zu basteln. Da ich jung und unerfahren, und die einzige RS232 vom Nova schon vom Terminal (welches zum Glück eine doppelte Serialport hatte) belegt war, kam eine zwar nicht sehr elegante oder unglaublich schnelle Lösung heraus aber sie funktionierte und war durchaus nutzbar.
Ich bin heute noch den Leuten der Columbia University für die Entwicklung von Kermit für die PCs dankbar!

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Der Data General Minikomputer "Nova"

Mit dem Vergehen der Zeit nutzte ich die Freizeit, die mir mein Job als Sachverständiger beim Gericht von Florenz lies, um einen Prototyp meiner ersten Business Application auf dem kleinen Aquarius zu bauen. Nun war dieser Prototyp naturgemäss unglaublich langsam und beeinschränkted durch die, praktisch nicht existierenden, Resourcen des Aquarius und durch den Fakt dass alle Dateien sequentiell von einer Musik-Kassette eingelesen und auch wieder ausgeschrieben wurden. (Anekdote: die verkrüppelte version von Basic die serienmässig mit dem Aquarius geliefert wurde hatte u.a. kein "FOR-NEXT" und, anstatt die unverschämt teure und unauffindbare Kartusche mit dem "full" Basic zu kaufen, investierte ich in eine, noch teurere, RAM-Epansion auf 20KB!)
Trotz allem: Der unbrauchbare Prototyp überzeugte eine neueröffnete Schuhagentur in einen PC zu investieren auf dem ich dann ein Programm zur Verwaltung von Bestellungen und Produktion entwickelte. Diese erste Version war Single-User und komplett in Basic geschrieben.
Nach der Migration auf die 80286 Plattform trat ich dem Microsoft Developers Programm bei wo ich während einer Developers Conference in New York einen Preview von Windows for Workgroups bekam. Da dieses sehr interessant aussah entschiede ich mich für ein porting meiner Software, unter Nutzung von VisualBasic und C++, in Windows. Während diesem Prozess stellte ich mir einen Toolkit von Subroutines zusammen der dem was Ashton Tate später mit dBase anbietet verblüffend ähnelte.
Mit dem Wachstum der Agentur kam die Zeit das System wieder mal zu überholen und in die Multi-User Welt einzusteigen, erstmal in dBase und Clipper, dann in FoxPro mit welchem endlich SQL in die xBase Welt kam was natürlich die Verwaltung und das Schreiben der, jetzt doch komplizierten, Queries enorm erleichterte. Das war die Zeit in der sich meine Welt veränderte…

1993: Meine Welt verändert sich

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Die Multi-User Version der Software brachte das Bedürfnis für ein Netzwerk mit sich, denn: Was für einen Sinn hat eine Multi-User Software wenn nicht verschiedene Leute von verschiedenen PCs gleichzeitig damit arbeiten können? Es war also an der Zeit meine erste LAN zu installieren. Begründet durch Beschränkungen im Budget und wo und wieviele Kabel vom ersten (später 3) Server zu den Workstations verlegt werden konnten entschied ich mich für 10Base2 (auch Thin-Ethernet oder RG58-Bus genannt) und Windows for Workgroups (welche jedoch recht schnell von Novell Netware abgelöst wurde).
Jetzt ging's an die Kommunikation mit dem Rest der Welt…
Internet gab's in den achtziger Jahren noch nicht mal als Namen daher die Frage: Wie kann ich die Anforderung an einen PC der im Lager am anderen Ende der Stadt unsere Dateien aktualisiert befriedigen? Die Antwort waren zwei Multiplexer über eine leased line zu verbinden. So ergaben sich auch die Kosten für die ständigen Telefaxe und Anrufe zwischen Büro und Lager und vor allem mussten die Dateien nicht mehr mit ändernder Verspätung von Hand aktualisiert werden.

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Ein Multiplexer von Micom

Als das Geschäft wuchs, trat beim Hauptkunden der Agentur in den USA das gleiche Problem auf: Er beschwerte sich, dass er jetzt nur noch Leute für die Dateneingabe per Fax einstellen müsse. Die Lösung war eine DFÜ-Verbindung, die Bestellungen, Produktionsupdates und -pläne, Rechnungen und vieles mehr hin- und herschickte. Kurze Zeit später wurde in unserem Büro eine BBS geboren, die sowohl für das Geschäft als auch für viele Junior IT-Junkies wie mich schnell kritisch wurde.Dann, als Novell älter wurde, bekamen wir Windows NT, das erste echte netzwerkfähige Betriebssystem von Microsoft. Also wechselte ich wieder und entfernte den 80386 Novell-Server, der komplett mit Roaming-Profilen in "Primary Domain Controller" umfunktioniert wurde. Meine Benutzer waren wieder glücklich.

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Ende 1999: Die Evolution von programmierendem Sysadmin zum IT Manager

1999 wurde ich mit der Planung und Installation der Lan-Infrastruktur für ein neues Industriegebäude beauftragt. Die Systemanforderungen waren für diese Zeiten recht hoch und ich musste sorgfältig auswählen.
Es wurde vereinbart, die volle Kompatibilität mit IEE-802.3ab-1999 (1000BaseT) zu realisieren! Da ich nicht viel über diesen neuen Standard wusste, habe ich einen 2-monatigen Full-Immersion-Kurs bei einem renommierten italienischen Anbieter von Netzwerkkabeln und -steckern gebucht. Hier lernte ich die Spezifikationen für alle Netzwerkstandards und Installationsanforderungen, aber auch alles über Kabel und Stecker und wie man sowohl Kupfer- als auch Glasfaserverbindungen herstellt.
Da Wissen Vertrauen schafft, bin ich ans Reißbrett gegangen und habe "meine" Netzwerkinfrastruktur komplett mit Zeichnungen für alle Netzwerk- und Stromkabel entworfen.
Das Ergebnis war eine Unterflur-Infrastruktur für die Büros mit Daten-, Telefon- und UPS-gestützten Stromanschlüssen alle 2 Meter, Glasfaser-Backbones zum Serverraum sowohl von den Büros als auch von den Industriegebäuden mit komplett verbundenen Switches, die in Spanning-Tree arbeiten.

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Verkabelung im Open Space Büro, im Hintergrund Doppelboden auf Stelzen

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Einblasen der Glasfaser im Server Raum

Im folgenden Jahr überwachte ich den Bau der Gebäude, nahm kleinere Änderungen (meist maßlich, verursacht durch spontane Änderungen des Architekten) an meinen Zeichnungen vor, kämpfte mit den Bauleuten um Kurvenradien für die Leitungen und suchte eine qualifizierte Firma für das Verlegen und Anschließen der Verkabelung. Ende 2000 war alles fertig, alle Fluke Tests bestanden und als Willkommensbonus veröffentlichte das italienische Magazin "Networking Italia" einen Artikel über das Projekt.

Bis heute funktioniert diese Infrastruktur noch ohne Probleme in GigaBit, nur die Telefonanschlüsse werden heutzutage da es VOIP gibt nicht mehr benutzt.

Dieses Projekt hat mein Leben verändert: Networking wurde zu meiner Leidenschaft, und das relativ neue Internet mit seinen unendlichen Möglichkeiten hat diese Leidenschaft noch verstärkt.
Endlich war es so einfach, Informationen zu finden. Seit 1995 konnte ich Handbücher bei Amazon bestellen, anstatt sie mit Hilfe ihrer ISBN-Codes in Buchhandlungen zu suchen (was nicht immer einfach war, da die besten Bücher aus den USA kamen), aber die Diskussionen darüber in Foren im Usenet wurden schnell unersetzlich.
Fernverbindungen wurden günstig und zuverlässig, so begann ich Fabriken aus Sri Lanka, Ägypten, Moldawien, Italien, Polen und über 40 internationale Geschäfte mit dem Hauptsystem zu verbinden, um Arbeitsabläufe und Kommunikation zu optimieren.Und so kommen wir zu einem neuen Kapitel...

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Virtualisazion: Eine neue Welt

Um die Systeme zu rationalisieren, war es an der Zeit, Server-Racks, Stromversorgung und die gesamte Hardwareauslastung zu optimieren.
Also habe ich mich mit Virtualisierung beschäftigt. Eine neue Welt, in der ungenutzte Hardware-Ressourcen aufgrund von überschätzten Systemanforderungen und Ausfallzeiten für die Aufrüstung von Servermaschinen, weil die Anforderungen schneller als erwartet wuchsen, praktisch verschwanden.
VMware, Proxmox, Hyper-V oder Xen: Ich habe sie alle mit unterschiedlichem Grad an Zufriedenheit und Unzufriedenheit (Microsoft, hörst du mich?) eingesetzt, es kam zu einigen verrückten verschachtelten Virtualisierungskonfigurationen, Thin Clients wurden eingesetzt und die IT-Kosten schrumpften auf ein Minimum.
Windows-Dateiserver wurden für FreeNAS-Server (heute TrueNAS) umfunktioniert, was zu einer sofortigen Senkung der Wartungskosten und einer Erhöhung der Verfügbarkeit führte.
Heute zahlt sich die Erfahrung aus, die ich in 40 Jahren IT-Betrieb gesammelt habe, und ist von unschätzbarem Wert für Netzwerkprojekte und die Konfiguration von Kundenservern.

Das Hauptziel aller meiner Projekte war, ist und bleibt die Ressourcenoptimierung, möglichst geringer Wartungsaufwand bei höchstmöglicher Verfügbarkeit.
To be continued…

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